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| Pfingsten - traditionell ein Termin für Vereinstreffen und –ausflüge. Seit Jahren aber auch ein fester Termin für den DGM-Lauf der Kurpälzer in Eisenberg. 122 Starter kamen ins Sandwerk Klausing und boten den nach seriösen Schätzungen fast 4000 anwesenden Zuschauern spektakuläre Szenen. Ein Vorgeschmack auf den kommenden Eurotrial, der hier stattfinden wird. Parkplätze wurden zur Mangelware, die Kurpfälzer mussten zusätzlich Personen zur Einweisung der Besucher aufbringen. Tatkräftig unterstützt wurden die Kurpälzer von den Schlammtigern Wiesbach/Saar. Zahlreiche Tagesstarter kamen aus Österreich und der Schweiz. Die Schweizer hatten sich unter der Prämisse angekündigt, „Bodenproben und Telemetriedaten“ für den diesjährigen Eurotrial sammeln zu wollen. Sehr begeistert zeigten sich die Gäste von der Möglichkeit, bereits am Abend vor dem Wettbewerb nennen zu können und die technische Abnahme zu absolvieren. Mit dabei waren die aus Drackenstein bekannten Geschwister Pia Hossli und Urs Halter, die auf einem Prototypen starten. Auch Kurt Lerch aus Österreich war mit seinem Jeep CJ 7 am Start. Im JuniorCup bekam Felix Muhle gleich von fünf weiteren Startern Konkurrenz. Doch der Meister aus dem letzten Jahr lies ihnen keine Chance. Zweite hinter Felix wurde Tamara Beck auf einem Daihatsu F50, Dritter wurde Alexander Kuxhausen auf einem Suzuki SJ 413. Der FunCup war in Eisenberg wieder einmal stark besetzt. 24 Fahrerinnen und Fahrer maßen ihr Können im Einsteigerpokal. Unter den 24 waren sage und schreibe zehn Damen dabei, eine Quote, die es so nicht oft gegeben hat. Carina Weber startet schon in der zweiten Saison und hat somit einige Erfahrungen gesammelt. Da wurde es für die Männer schwer, und tatsächlich kam die stärkste Konkurrenz aus dem schönen Geschlecht. Zwei Damen, die beide zum ersten Mal starteten, fuhren gleich aufs Podium. Katinka Balzer sicherte sich auf einem Suzuki Samurai Platz drei. Carina holte sich den zweiten Tagessieg in dieser Saison, aber Angela Zilch vom ASC Melsungen stand ebenfalls ganz oben: punktgleich teilten sie sich den Sieg. Norbert Sollner haderte am Abend etwas mit seinem Schicksal. Der Meister 2008 war mit seinem Mercedes G in der Klasse Original sehr gut unterwegs, es standen nur drei Rückwärts auf seiner Bordkarte. Am Ende standen die auch noch drauf, und dazu sechs fehlerfrei befahrene Sektionen. Nur in der Spalte für die Sektion 3, da waren ein paar teure Striche notiert, da Norbert dort eine Torstange umfuhr und zu guter Letzt seinen G in stabiler Seitenlage parkte. Statt des sicheren Tagessieges wurde er durchgereicht bis auf Platz 21. Bernhard Stracke hatte letztes Jahr seinen Abschied vom Trialsport genommen, aber ganz kann er es doch nicht lassen. In Eisenberg gab er sich die Ehre, und fuhr wie früher mit Stephan Postel einen Doppelstart auf dem Toyota FJ 40. Die Sektion 7 veränderte sich im Laufe des Tages zum schlechteren. Wer hier später am Tag fuhr, kassierte fast mit Sicherheit eine umgefahrene Torstange. So auch Bernhard, der sich zudem einen Abbruch in der Sektion 5 einfing und am Ende als 19. gewertet wurde. Trotzdem war es schön, ihn wieder in Action gesehen zu haben. An der Spitze ging es eng zu, die ersten zehn Plätze trennten nur zehn Punkte. Und gleich vier Leute standen auf dem Podium. David und Daniel teilten sich brüderlich den 3. Platz, und auch der Sieg musste an zwei Leute verteilt werden: Mihaly Eigner und Josef Rosemann siegten mit derselben Punktzahl. Strahlender Sieger in der Klasse Standard war wiederholt David Nieweg. Die Streckenposten konnten insgesamt nur drei Rückwärts auf seiner Bordkarte notieren, so sauber fuhr er durch die zehn Sektionen. 38 Starter gingen hier in die Wertung, allerdings haben der eine oder andere ihre Bordkarte gar nicht abgegeben. Neben den zahlreichen kleinen Suzukis wagten sich sieben „große“ Offroader in das Haifischbecken der Standard. Einige der Jeeps haderten mit Defekten an der Kardanwelle. Die zwei, die von Beschädigungen verschont blieben, waren Wolfgang Fröls und Klaus Hofmockel. Sie fuhren ihren Jeep bzw. Mercedes G auf Platz acht, bzw. sieben. Burkhard Leicht dürfte sich über die Stange ärgern, die er in der Sektion sieben umgefahren hat, wie viele, die diese Sektion später am Tag fuhren. Das kostete ihn den zweiten Platz. Den sicherte sich Helmut Kleiner mit seinem gelben Post-LJ vor Tobias Burkhardt von den Night Huntern. Dass die Klasse Modified etwas für Spezialisten ist, ist nichts neues. Es gab dieses Jahr auch nur „Spezis“ als Sieger. Die Fahrer von den Allradspezis Franken sind hier das Maß der Dinge. Bernd Japp, Torsten Fuchs und Dieter Rückert lagen zu Beginn in Eisenberg dicht beieinander. Dann beging Torsten jedoch in einer seiner letzten Sektionen einen Fahrfehler und legte seinen LJ auf die Seite – durch den Abbruch wurde der Sieger der ersten zwei Läufe durchgereicht auf Platz sieben. Bernd sammelte immer mehr umgefahrene Torstangen auf seiner Bordkarte, Dieter jedoch hielt sich sauber und fuhr mit fünf Strafpunkten weniger als Michael Gereke den Tagessieg ein. Auf Platz drei „sprang“ Jürgen Wagner, dessen Samurai auf den Namen „Garfield“ getauft wurde. Trotzdem es nicht ganz zum Gemüt der Comic-Vorlage passt, springt Wagners Ausgabe gerne mal die Hänge hoch und liefert spektakuläre Einlagen. Dieses Jahr schwächelt die Klasse Pro-Modified. Einziger deutscher Starter war Andreas Riethmüller. Konkurrenz wollten ihm Reinhard Feuerstein und Roland Hossli machen. Der Puch G von Roland gab allerdings früh den Geist auf, und auch Reinhard ereilte das Schicksal des technischen Defektes nach der Sektion 12. So war für Andreas der Weg zum Sieg frei. In der Klasse Prototypen fiel die Entscheidung in der Sektion 13. Dirk Lewandowsky erreichte mit dem „X-treme“ nicht das Tor 2 und musste aufgeben, sein Sohn Marlon auf dem gleichen Auto fuhr den Hang dagegen in einem Zug hinauf und holte in einer spektakulären Kurve im Hang das Tor 2. Mit diesem Vorsprung holte sich Marlon den Tagessieg vor Vater Dirk. Bei der Siegerehrung wurden die Rufe „Ausziehen, ausziehen!“ immer lauter, bis Marlon schließlich den Pulli hochkrempelte. Und dann wurde allen klar, warum nach „Ausziehen!“ geschrien wurde: Unter dem Pulli kam ein T-Shirt zum Vorschein mit dem Aufdruck „Es ist nichts scheißer als Platz zwei“. Thomas Stoppa vom DMV komplettierte das Podium. Bodo Scheibe hatte dieses Mal in Eisenberg kein Glück: in der Sektion 11 ramponierte er den „Fürchtenix“ dermaßen, dass dieser vom Bagger direkt auf den Anhänger gestellt wurde. Viele waren nach der Siegerehrung der Prototypen sicher, dass es der SCC Bramsche geschafft hat, was noch keiner geschafft hat: 90 Punkte in der Mannschaftswertung. Drei Bramscher standen ganz oben, also kalkulierten viele auf dieses Maximalergebnis. Doch es kam anders. „Nur“ 87 Punkte holte die Mannschaft der Allradfreunde im SCC, und Josef Rosemann erklärte, wie es dazu kam. Damit niemand sagen kann, es werde jemand bevorzugt oder benachteiligt, werden für die Mannschaft die jeweils sechs bestplatzierten Bramscher vom vergangenen Lauf genannt. Tja, und in Malsfeld gehörte Marlon nicht zu den Glanzlichtern. Die Presse wartet somit weiter auf die Sensationsnachricht... Zweite wurde die Mannschaft der Night Hunter mit 82 Punkten, gefolgt von den Allrad-Freunden-Heidelsheim mit 80 Punkten. |